Der Kauf eines bestehenden Unternehmens kann oft der schnellste Weg sein, ein eigenes Geschäft aufzubauen oder in einen neuen Markt einzusteigen. In der Schweiz, einem Land mit stabiler Wirtschaft und einem starken Netzwerk aus kleinen und mittleren Unternehmen, entscheiden sich viele Unternehmer und Investoren dafür, eine bestehende Firma zu übernehmen, anstatt ein neues Unternehmen von Grund auf zu gründen.
Ein Unternehmen zu kaufen bedeutet jedoch weit mehr als nur einen Vertrag zu unterschreiben. Hinter jeder erfolgreichen Unternehmensübernahme steht eine sorgfältige Analyse der finanziellen, rechtlichen und operativen Situation des Unternehmens. Wer diese Prüfung ernst nimmt, kann Risiken minimieren und gleichzeitig das volle Potenzial einer Investition erkennen.
Die finanzielle Situation genau analysieren
Bevor man ein Unternehmen kauft, sollte man sich ein klares Bild über seine finanzielle Lage verschaffen. Jahresabschlüsse, Gewinn- und Verlustrechnungen sowie Cashflow-Berichte liefern wichtige Hinweise auf die tatsächliche wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens.
Es empfiehlt sich, die Finanzzahlen der letzten drei bis fünf Jahre zu analysieren. Dabei geht es nicht nur um den Umsatz, sondern auch um Margen, Kostenstruktur und Liquidität. Ebenso wichtig ist es, mögliche Schulden oder Verpflichtungen zu identifizieren, die nach der Übernahme auf den Käufer übergehen könnten.
In der Schweiz können grundlegende Unternehmensinformationen über das offizielle Handelsregister eingesehen werden. Über die Plattform
lassen sich beispielsweise Einträge zu Unternehmen, Verwaltungsratsmitglieder oder rechtliche Änderungen überprüfen.
Die rechtliche Struktur und bestehende Verträge prüfen
Beim Kauf eines Unternehmens übernimmt man nicht nur Vermögenswerte, sondern auch Verpflichtungen. Deshalb ist es wichtig, alle rechtlichen Aspekte und laufenden Verträge sorgfältig zu analysieren.
Besondere Aufmerksamkeit sollte auf folgende Punkte gelegt werden:
- Verträge mit wichtigen Lieferanten oder Geschäftspartnern
- Mietverträge für Geschäftsräume
- Lizenz- oder Vertriebsvereinbarungen
- Verträge mit Schlüsselkunden
Einige Verträge enthalten sogenannte Change-of-Control-Klauseln. Diese können vorsehen, dass eine Zustimmung erforderlich ist, wenn sich der Eigentümer des Unternehmens ändert.
Weitere Informationen für Unternehmer finden sich auch auf der offiziellen Plattform der Schweizer Regierung für KMU
Den realen Unternehmenswert verstehen
Der Wert eines Unternehmens basiert auf verschiedenen Faktoren und nicht ausschließlich auf dem Umsatz. Entscheidend sind vor allem Rentabilität, Marktposition, Wachstumspotenzial und die Stabilität der Kundenbeziehungen.
In der Praxis werden häufig Bewertungsmethoden wie folgende verwendet:
- EBITDA-Multiplikatoren
- Discounted-Cashflow-Modelle (DCF)
- Marktvergleiche mit ähnlichen Unternehmen
Eine professionelle Unternehmensbewertung hilft dabei, einen fairen Kaufpreis zu bestimmen und eine solide Grundlage für Verhandlungen zu schaffen.
Die Abhängigkeit vom aktuellen Eigentümer bewerten
Viele kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz sind stark vom Gründer oder bisherigen Eigentümer abhängig. Diese persönliche Bindung kann ein Risiko darstellen, wenn wichtige Kundenbeziehungen oder operative Entscheidungen stark an eine einzelne Person gekoppelt sind.
Vor einer Übernahme sollte daher geprüft werden, ob:
- ein eigenständiges Managementteam vorhanden ist
- klare interne Prozesse bestehen
- Kundenbeziehungen langfristig gesichert sind
Oft ist es sinnvoll, eine Übergangsphase zu vereinbaren, in der der bisherige Eigentümer das Unternehmen weiterhin unterstützt.
Markt und Wettbewerb analysieren
Auch wenn ein Unternehmen aktuell profitabel ist, sollte man das Marktumfeld genau analysieren. Ein Unternehmen kann gute Zahlen vorweisen und dennoch in einem stagnierenden oder schrumpfenden Markt tätig sein.
Eine Marktanalyse sollte unter anderem folgende Fragen beantworten:
- Wie stark ist der Wettbewerb?
- Welche Marktposition hat das Unternehmen?
- Gibt es Wachstumschancen im jeweiligen Sektor?
Statistische Daten zur Schweizer Wirtschaft und zu einzelnen Branchen können beispielsweise beim Bundesamt für Statistik eingesehen werden
Die Rolle der Due Diligence
Alle diese Prüfungen sind Teil eines zentralen Prozesses bei Unternehmensübernahmen: der sogenannten Due Diligence.
Dabei handelt es sich um eine umfassende Analyse eines Unternehmens vor dem Kauf. Ziel ist es, Risiken zu identifizieren, Chancen besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Eine Due Diligence umfasst in der Regel:
- finanzielle Analyse
- rechtliche Prüfung
- steuerliche Aspekte
- operative Strukturen
- Mitarbeiter- und Organisationsstruktur
Eine sorgfältige Due Diligence kann entscheidend dafür sein, ob eine Übernahme langfristig erfolgreich wird.
Unternehmen kaufen oder verkaufen – digital und transparent
Der Markt für Unternehmensübernahmen entwickelt sich zunehmend in Richtung digitaler Plattformen. Immer mehr Unternehmer nutzen spezialisierte Online-Portale, um Unternehmen zu kaufen oder zu verkaufen.
Plattformen wie Confedera bieten einen strukturierten Marktplatz, auf dem Unternehmer ihre Firma zum Verkauf anbieten können, während Investoren gezielt nach passenden Übernahmemöglichkeiten in der Schweiz suchen.
Durch eine solche Listing-Plattform wird der Prozess transparenter, effizienter und für beide Seiten deutlich zugänglicher.